Gram-positiv und Gram-negativ

Diese beiden Begriffe beschreiben die Zellwand der Bakterien. Die Zellwand ist für die Bakterien die Abgrenzung nach außen, so wie zum Beispiel die Schale einer Orange. Die Schale schützt das Innere der Orange und ist relativ stabil. Wenn man genau hinsieht, erkennt man aber, dass die Schale nicht komplett dicht ist. Sie hat kleine Poren, durch die Moleküle wie Luft hindurchpassen. Deshalb kann es auch passieren, dass die Orange austrocknet und nicht mehr so gut schmeckt. Die Zellwände der Bakterien haben eine ähnliche Funktion. Bei den Bakterien unterscheidet man zwischen dicken und dünnen Zellwänden. „Grampositive“ haben dicke Zellwände, und „Gramnegative“ haben zwar dünne Zellwände, aber noch eine weitere Schutzschicht über der Zellwand. Der unterschiedliche Aufbau der Zellwände ist wichtig für die Einteilung der Bakterien, denn viele ihrer Eigenschaften kann man darauf zurückführen. Um die Zellwanddicke zu bestimmen, kann man die Bakterien mit einer speziellen Färbetechnik dunkelviolett anfärben und wieder entfärben. Grampositive erscheinen dunkelviolett, da die Farbe in der dicken Zellwand steckenbleibt. Gramnegative hingegen können aufgrund ihrer dünnen Zellwand die Farbe bei der Entfärbung nicht festhalten und werden rosarot. Genaueres zu dieser Färbetechnik gibt es unter den „Methoden“. Im Gegensatz zu den Prokaryoten haben die meisten Eukaryoten keine Zellwand, mit der Ausnahme von Pflanzen. Zellwände verleihen den Pflanzen Stabilität, jedoch können sie sich dadurch nicht mehr bewegen, wie z. B. ein Baum.